Das waren die beiden Themen von „Liv/fe-Talk“ in der Sulzer Volksmission im Oktober und November. Die Mischung aus Café und Talkshow (Diskussionsrunde) mit dem Motto „Menschen, Schicksale, Themen“ wurde gut angenommen. Beide Male kamen Besucher, die vorher noch nie bei einer unserer Veranstaltungen gewesen waren, darunter auch Kirchenfremde, die auch sonst kaum einen Gottesdienst besuchen würden. Die Gäste wurden mit einem Getränk empfangen, um anschließend in den Nebenraum gebeten zu werden, der an ein Studio erinnern sollte und phantasievoll dekoriert war.
Am ersten Abend schilderte ein Ehepaar aus Oberndorf, wie sie durch den Unfalltod ihres neunzehnjährigen Sohnes offen wurden für das Reden Gottes und zu Jesus fanden. Eine Dame aus Sulz schilderte ihr bewegtes Leben und wie sie schließlich erkannte, dass sie nicht „übrig“ war, sondern von Gott gewollt, der ihr dann auch erfülltes Leben schenkte. Speziell an diesem Abend konnten wir Gäste begrüßen, die selbst schwere Schicksalsschläge erlebt hatten und sehr berührt wurden.
Am zweiten Abend war Prof. Dr. Martin Zeier zu Gast. Er ist medizinischer Leiter des Nierenzentrums in Heidelberg. Er warb dafür, sich im Todesfall als Organspender zur Verfügung zu stellen, weil dadurch viele Patienten wieder neue Lebensqualität erfahren. Vor allem Nieren und Leber würden heute transplantiert aber auch Bauchspeicheldrüse, Dünndarm, Herz, Knochen und Augenhornhaut.
Obwohl die Wartelisten lang seien, wäre es falsch, Druck auszuüben, dennoch hält er es für richtig, dass man, z.B. bei der Führerscheinprüfung, gefragt wird, ob man spenden will oder nicht – oder auch wenn neue Lebenssituationen zu einer Änderung führen können.
Der Gedanke: „Einer stirbt, und ermöglicht einem anderen das Leben“ wurde an diesem Abend zu einer Brücke zum Evangelium. Denn Jesus gab sein Leben freiwillig (!), damit wir leben können. Wie bei der Entscheidung für oder gegen Organspende ist auch hier jeder gefordert, eine eigene Entscheidung zu treffen, diesmal umgekehrt, nämlich ob man das Geschenk annehmen will oder nicht (wie der Körper das neue Organ „annehmen“ muß). Durch ein neues Organ erhalten Patienten ein Stück neues Leben, durch Jesus, so Zeier, werde uns ewiges, erfülltes Leben geschenkt. Nach den Gesprächsrunden waren die Gäste zu einem Imbiss und zu persönlichen Gesprächen eingeladen.
Die gute Resonanz der Abende führen wir auch auf die Gebetsvorbereitung durch die Gemeinde zurück. Auch künftig soll ganz gezielt für Menschen gebetet werden, damit sie bei solch einer Gelegenheit offen für Jesus werden.
Hans Harter, www.volksmission.de/Gemeinden/Sulz